Gesprächsstoff Marketing- und PR-Agentur

29.05.2019

prevenTUM-Fortbildung „Triathlon und Herz": „Nur durch Pausen wird man besser"

Rund 300 Teilnehmer bei Fachveranstaltung des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München (Univ.-Prof. Halle) mit der Abteilung für Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar (Univ.-Prof. Imhoff)

Nachbericht und Fotos
Weitere Nachberichte zu Fortbildungen, Kongressen und Symposien

Bin ich gesund und fit genug, um einen Triathlon zu bestreiten? In welchen Puls-Bereichen soll ich trainieren? Welche orthopädischen Beschwerden können an Knochen, Muskeln und Gelenken auftreten? Um diese und weitere Fragen ging es bei der heutigen prevenTUM-Fortbildung „Triathlon und Herz" – einer weiteren, gemeinsamen Fachveranstaltung des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München (Univ.-Prof. Halle) mit der Abteilung für Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar (Univ.-Prof. Imhoff). Ein spannender Abend! Die vier Referenten präsentierten wissenschaftliche Erkenntnisse aus Sportkardiologie und Sportorthopädie und stellten anschauliche Fallbeispiele vor. Rund 300 Ärzte, Sportwissenschaftler, Trainer, Sportlehrer und Physiotherapeuten nahmen an der Fortbildung teil.

„Ein Triathlon ist eine körperliche und mentale Extrembelastung", betonte Dr. med. Katrin Esefeld, Oberärztin am Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München, achtfache Finisherin des Ironman Hawaii und dreifache Triathlon-Weltmeisterin ihrer Altersklasse. Voraussetzung für einen Ironman seien eine Ausdauererfahrung von mehreren Jahren, ein langsamer Einstieg mit kürzeren Triathlondistanzen und eine Vorbereitungszeit von etwa sechs Monaten mit Trainingsumfängen von bis zu 15 oder mehr Stunden pro Woche. Der Sportler sollte wissen, ob er gesund ist (sportmedizinisch-kardiologische Untersuchung), er sollte einen guten Trainingszustand (Grundlagenausdauer) und eine realistische Zielsetzung haben. Die Regenerationsphase sei für Erfolge im Training und im Wettkampf besonders wichtig. Dr. Esefeld: „Sie ist die Zeit, in der man trainiert – nur durch Pausen wird man besser", Anhand von Laktat-Leistungskurven zeigte sie, wie sich die Leistungsfähigkeit verbessern lässt, wenn im individuell richtigen Pulsbereich und mit Ruhetagen trainiert wird. „Jeder Trainingsreiz führt zu einer Ermüdung. Das Herz-Kreislaufsystem, die Muskulatur und der Kopf müssen sich von der Belastung erholen. Wer weiter trainiert, wenn er noch erschöpft ist, wird nicht besser."

Schwimmen, Radfahren, Laufen, Sterben: Dr. Esefeld stellte eine Studie aus den USA vor. Diese zählte 120 plötzliche Todesfälle beim Triathlon im Zeitraum 1985 bis 2016. Aus sportkardiologischer Sicht sei ein Triathlon riskanter als ein Marathonlauf: Bei zwei von 100.000 Teilnehmern kam es im Zeitraum 1985 bis 2016 zu einem plötzlichen Herztod (Marathon: einer von 100.000). Die Ereignisraten bei den Männern waren als dreimal so hoch wie bei den Frauen. Betroffen waren vor allem Männer über 40, die unerfahrene Sportler waren. Die Triathlondistanz spielte keine Rolle. Über zwei Drittel der Todesfälle ereigneten sich während des Schwimmens, 16 Prozent beim Radfahren, elf Prozent beim Laufen und sechs Prozent während der Erholungsphase nach dem Wettkampf. 15 Teilnehmer hatten beim Radfahren tödliche Unfälle. Mehr als die Hälfte aller Verstorbenen hatten eine erhebliche Koronare Herzerkrankung (KHK). Dr. Esefeld betonte daher, wie wichtig regelmäßige sportmedizinisch-kardiologische Vorsorgeuntersuchungen seien. Auch unter 35-jährige, gesunde Freizeitsportler mit Triathlon-Ambitionen sollten einmal einen Herz-Ultraschall durchführen lassen, um angeborene Herz-Erkrankungen wie Klappenfehler ausschließen zu lassen. Eine Laktat-Leistungsdiagnostik ermöglicht die Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit, die Ermittlung des optimalen Trainingspulsbereichs und somit eine bessere Trainingssteuerung: Bei der Laktatschwelle beginne der Trainingsreiz, ein Training im niedrigeren Bereich sei als Regeneration einzustufen.

Den vollständigen Nachbericht finden Sie hier. Dies sind die weiteren Fachveranstaltungen des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München in diesem Jahr:
- Mittwoch, 17. Juli: prevenTUM-Fortbildung „Bluthochdruck"
- Mittwoch, 9. Oktober: prevenTUM-Fortbildung „Gesunder Schlaf"
- Samstag, 23. November: Sportkardiologisches Symposium

Details dazu gibt es in Kürze unter www.sport.mri.tum.de/kongresse. Die Anmeldung ist bereits jetzt möglich. Über die Facebook-Seite www.facebook.com/sportmritum verpassen Sie keine Neuigkeiten.

Bildnachweis: Heidi Willmann