Gesprächsstoff Marketing- und PR-Agentur

07.02.2020

Cybermobbing: „Müssen Schüler besser schützen“

Am 11.02.2020 findet der internationale „Tag des sicheren Internets“ statt +++ Etwa jeder fünfte Jugendliche wurde schon im Internet gemobbt oder war selbst Täter +++ BKK Mobil Oil ermöglicht Gymnasien, Real- und Mittelschulen in Bayern die Teilnahme am wissenschaftlich geprüften Präventionsprogramm „Medienhelden“ +++ Rollenspiele als Erfolgsrezept +++ Mehr als 220 Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter haben die dreitägige Fortbildung bereits absolviert +++ Interessierte können sich noch anmelden  

Pressemappe mit Experteninterview und Fakten zu Cybermobbing
Pressefotos

Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland sind durchschnittlich rund 3,5 Stunden pro Tag online – das hat die Ende 2018 veröffentlichte, repräsentative JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest gezeigt. „Kinder und Jugendliche empfinden Smartphones als entscheidendes Hilfsmittel für ihr soziales Leben. Soziale Netzwerke erfüllen ihr Bedürfnis nach Kommunikation. Sie ermöglichen Kontakt mit und zu Gleichaltrigen und bieten ihnen Möglichkeiten der Selbstpräsentation“, weiß Univ.-Prof. Herbert Scheithauer, Entwicklungspsychologe an der Freien Universität Berlin. Anlässlich des von der Europäischen Union initiierten, weltweiten Aktionstags für mehr Sicherheit im Internet fordert er, Schüler in der digitalen Welt besser zu schützen. Denn etwa jeder fünfte Jugendliche wurde schon im Internet beleidigt oder war selbst Täter. Beleidigungen im WhatsApp-Klassenchat, Nacktfotos auf Snapchat, peinliche Videos auf YouTube oder TikTok können zu massiven Problemen führen – von Kopf- oder Bauchschmerzen, Angststörungen, Depressionen bis hin zu Suizidgedanken.

Mehr Medienkompetenz, weniger Cybermobbing
Zur Vorbeugung von Cybermobbing und zur Stärkung der Medienkompetenz bringt die BKK Mobil Oil seit Ende 2018 das wissenschaftlich geprüfte Präventionsprogramm „Medienhelden” (www.medienhelden.info) an Gymnasien, Real- und Mittelschulen in Bayern. Im vorigen Schuljahr übernahm die Krankenkasse die Fortbildungskosten für mehr als 220 Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter. Für das laufende Schuljahr sind aufgrund der starken Nachfrage noch mindestens neun Fortbildungen in Bayern geplant.
Entwickelt wurde „Medienhelden“ von Univ.-Prof. Scheithauer und weiteren Entwicklungspsychologen der FU Berlin. Es richtet sich an Schüler der 7. bis 10. Klassen. Nach einer dreitägigen Fortbildung wird das zehnwöchige Programm im Unterricht durchgeführt. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: „Medienhelden“ bringt gute, anhaltende Erfolge. Die Akzeptanz ist hoch, da die Jugendlichen zahlreiche Maßnahmen selbstbestimmt und mitwirkend umsetzen und ihr Wissen an Mitschüler und Eltern weitergeben. In einer Längsschnittstudie konnten wir unter anderem weniger Cybermobbing, mehr Empathie, ein besseres Selbstwertgefühl und ein besseres Wohlbefinden feststellen“, erklärt der Experte. Anmeldungen sind über die Emailadresse medienhelden@zedat.fu-berlin.de möglich.

Perspektivenwechsel als Erfolgsrezept
„Prävention braucht Zeit“, weiß Univ.-Prof. Scheithauer. Über einen Zeitraum von zehn Wochen werden „offline“ bei den Schülern grundlegende Kompetenzen bearbeitet und gefördert. „Diese zeigen sich dann auch in einem positiven Onlineverhalten.“ Über Rollen-spiele üben die Schüler, sich in andere hineinzuversetzen. Im geschützten Rahmen nehmen sie verschiedene Perspektiven ein – Opfer, Täter oder Mitläufer. Sie berichten von ihren Gefühlen, Gedanken, Wünschen und Handlungsspielräumen, die sie in der jeweiligen Rolle hatten. Die Schüler erleben Reaktionen auf ihr Verhalten und lernen, zu erkennen, wann jemand zum Opfer wird und wie sie eingreifen können.
Darüber hinaus bringen sich Schüler bei „Medienhelden“ gegenseitig bei, wie sie sichere Social-Media-Profile erstellen – welche Daten sie preisgeben, welche nicht. Und sie bereiten für ihre Eltern einen Elternabend vor. Hierbei erklären sie den Erwachsenen unter anderem, wie sie mit ihrem Kind reden können, damit dieses sich ihnen anvertraut und keine Angst haben muss, dass die Eltern ihm das Handy entziehen.

Statement von Ariane Lieckfeldt, BKK Mobil Oil, Prävention und Gesundheitsförderung:
„Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahren wie ein Virus verbreitet. Aufgrund von Vorfällen sind Schulen immer häufiger gezwungen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dass seit Ende 2018 mehr als 220 Lehrkräfte, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter in Bayern an den „Medienhelden“-Fortbildungen teilgenommen haben, zeigt, wie groß der Bedarf ist, die Medienkompetenz und die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Wir unterstützen daher gerne das Projekt bei der Finanzierung der dreitägigen Fortbildung sowie der dazugehörigen Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter in Bayern.“

Weitere Informationen unter www.bkk-mobil-oil.de/gks, www.medienhelden.info sowie über Gernot Goldenbaum von der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838 55 225.